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Mein Nachbar und seine schwarze Brille

Dienstag, Juni 1st, 2010

Also jeder kann natürlich die Sachen schildern wie er sie denn sieht – also auch durch eine schwarze Brille. Allerdings sind nebenbei in seinem Gedächtnis wohl bestimmte Stellen geschwärzt worden – sprich er hats vergessen.

Sitzen wir doch immer einträglich bei den Stadtratssitzungen in der ersten Reihe, damit uns ja nix auskommt. Also ich hab das jedenfalls anders in Erinnerung

Aber man muß das ja auch zu verstehen versuchen. Ich denke mal, das ganze kam so – oder wenigstens so ähnlich.

Im Landtag klappte das mit Dr. Fleischer und den Grünen nicht mehr so besonders. Dann hatten etliche Abgeordnete auch noch Geld in Spekulationsgeschäften versandet – hier funktionierte es sogar mal parteiübergreifend.

Da kamen die Wolfratshauser Strippenzieher auf die Idee, sich einen mit (fast) allen Wassern gewaschenen Politiker nach WOR zu holen, der den Bürgermeistersessel endlich wieder zu den Schwarzen zurückholen sollen könnte.

Wenn man Bürgermeister werden will, muß man auch in der entsprechenden Gemeinde seinen Wohnsitz haben. Da wird ganz streng daruf geachtet. Also suchte die Familie und fand ein Häuschen in Waldram. Mit den Finanzen war es womöglich nicht zum Allerbesten bestellt, hatte man doch vorher mit anderen Abgeordneten des bay. Landtages erst einiges Geld in den Sand gesetzt. Aber die Raten fürs Häuschen vom Bürgermeister – Gehalt zurückzahlen, das sollte doch kein Poblem darstellen.

Es kam aber anders. Die Wolfratshauser hatten sich das mit der „schwarz angestrichenen Zaunlatte“ wohl zu gut gemerkt, und ihm eine Abfuhr erteilt. Darüber war er womöglich so verärgert, daß er seinem Kontrahenten Berchtold auf die Zehen trat, wo immer das auch nur immer möglich war.

Er fand dann einen Arbeitsplatz bei einem Parteifreund und beerbte Albert Brunnhuber, was den Vorsitz im Abwasserverband betrifft. Das macht man wahrscheinlich auch nicht nur für Gottes Lohn, weshalb man schon auf diesem Stuhl sitzenbleiben möchte.

Aber auch das alles konnte ihn wohl nicht umstimmen, weshalb er seine schlechte Laune im Stadtrat und hier vor allen Dingen an Bürgermeister Berchtold ausließ.

Nun ist Berchtold nicht mehr Bürgermeister und Dr. Fleischer ist plötzlich viel umgänglicher, als dies vorher der Fall war. Als „rote Tücher“ müssen nun in erster Linie Frau Noisser und Herr Wittstadt herhalten. Die Grünen werden meist verschont (die wissen wahrscheinlich zuviel) und die Bürgervereinigung ignoriert. (Dafür ist ja schon Herr Plößl zuständig).

 Unter Finsterwalder und Brunnhuber verfügte die CSU noch über die Mehrheit im Stadtrat. Mittlerweile muß man die Listen schon mit Parteifreien auffüllen, selbst der Bürgermeisterkandidat will kein schwarzes Parteibuch.

Auf die Leistungen des Dr. Fleischer kann die CSU, die ihn rief, wirklich sehr stolz sein.

Noch dazu, wo die CSU grad mal wieder zur Hochform aufläuft. Vom Baumschutz angefangen, über den Kreisel an der B 11 (warum kriegt Icking was und wir nicht), zum grünen Zentrum welches der Ministerpräsident a.D.a.D. nicht retten konnte, was aber der Nicht-CSU-Landrat versemmelt hat….Wo der doch was für Tölz haben wollte, was nicht nach Tölz gehört. Bei der Schnecke des Herrn Nagler war das natürlich mal wieder was ganz anderes…..

Einfach nur häßlich und gräßlich….